1 HON SHA ZE SHO NEN

Erinnerst Du Dich an die Zeit, als Du zum ersten Mal in Deinem Leben einen anderen Menschen geküsst hast? An den Moment, als Du zum ersten Mal von einem anderen Menschen geküsst wurdest? Dieser Kuss – das Treffen zweier Seelen. Welch ein Hauch von Zärtlichkeit, welch eine Verzauberung, welch eine Erinnerung an die allumfassende Liebe.

Gehe zurück an diesen Tag, an diesen Moment. Die Erinnerung ist so tief in Dir lebendig, dass Du Dich mit Leichtigkeit an diesen wunderbaren Kuss erinnern kannst. Dieser Kuss ist der Beginn, wie Du Dich selbst in Reiki einweihst. Wir nutzen das gesamte Wissen von Reiki, von dem Erwachen der Kundalini und von Tantra, damit Du Dich alleine einweihen kannst.

Es gibt ein paar Hinweise, die Du benötigst, um diesen Weg zu gehen. Das traditionelle Reiki hat die strenge Abfolge von mehreren Initiationsstufen; und zugleich war es eine Geheimlehre. Heute ist der Geheimstatus schon lange aufgehoben, auch, wenn einige Lehrer so tun, als ob das gesamte Reikiwissen immer noch geheim wäre.

DIE ERSTEN SCHRITTE

Wir fangen zusammen an, mitten im traditionellen „Reiki Zwei“. Der tantrische Zugang wird es Dir leichter machen, Du entwickelst Deine Vorstellungen auf der Grundlage Deiner Erfahrungen. Ich vertraue uns, ich vertraue Dir und ich vertraue dem kosmischen Wissen, dass diese neue Art von Einweihung Dir hilft, Deine Verbindung zur universellen Liebe wieder herzustellen. Sie ist sehr sanft, diese Einweihung, vorausgesetzt, Du nimmst die Hinweise ernst, bist nicht (allzu) ehrgeizig, um innerhalb dieses Weges schnell voranzugehen. Du folgst vor allem Deiner Intuition, Deinen inneren Impulsen, Deinen Traumbotschaften. Was Du brauchst, ist Deine innere Erlaubnis, diesen Weg gehen zu dürfen.

Was Du dann hast, ist Zeit – Zeit, die Du in dieser Welt benötigst, um Dir zu erlauben, in der Liebe zu sein. Die erste Übung ist sehr einfach. Du meditierst an Deinem Computer mit dem dritten Reiki-Symbol, dem Hon Sha Ze Sho Nen(*). Zuerst lüftest Du den Raum, dann zündest Du eine Kerze an, räucherst mit Salbei oder Sage (oder einem Lieblingssmoke) und atmest sieben Mal tief durch die Nase ein, ziehst den Atem, so gut Du es kannst, bis zum höchsten Teil Deines Hirns. Das verbindet Dich mit dem Großen Geist, mit dem Großen Geheimnis.

Du siehst das Hon Sha Ze Sho Nen und hörst gleichzeitig die Musik, die zu diesem Symbol gehört – eine Stunde lang. Deine Augen tasten das Symbol ab, von oben nach unten. Mache es bitte genau, verlangsame Dich durch das Abtasten. Genau das macht ein Künstler; er sieht genau hin. Du entwickelst innerhalb dieser Stunde ein genaues Gefühl für das Symbol, für die Linien, die Anordnung und die Proportionen, auch für die Linienstärken und den Linienschwung – darum dreht es sich bei der ersten Übung. Genau hinschauen, immer wieder. Du hast eine ganze Stunde Zeit.

Wenn es langweilig wird, schließt Du Deine Augen und fühlst die Musik. Du hörst aktiv zu. Das bedeutet, dass Dein ganzes Sein empfänglich wird. Die Musik fließt in Dich hinein. Diesen Prozess unterstützt Du durch Deine Absicht, total empfänglich sein zu wollen.

Ähnlich wie beim visuellen Zeichnen nimmst Du etwas Vorhandenes auf; ähnlich wie beim ersten Kuss fühlst Du jeden Bruchteil einer Sekunde, eines Tons. Mehr brauchst Du nicht zu tun. Dieses Tun ist eigentlich kein Tun, kein Machen, es ist eine Integration von aktivem und passiven Sein. Es verlangt nicht viel von Dir, nur Hingabe – Hingabe an den Prozess, Hingabe an die Liebe. Nichts steht zwischen Dir und der spirituellen Dimension.

Beende diesen ersten Abschnitt mit kaltem Wasser, das Du Dir liebevoll mit einem nassen Lappen auf den Nacken, die Stirn, die Handgelenke und die Fußgelenke gibst. Bedanke Dich bei dem Großen Geist und all den Wesen, die Dich aus der Reikiquelle nähren. Du wirst wieder bodenständig.

***

In der kommenden Nacht wirst Du eine Veränderung in Dir spüren. Wahrscheinlich. Achte auf Deine Träume. Lege ein Traumtagebuch und einen Stift neben Dein Bett. Trinke vor dem Einschlafen viel Wasser, so unterstützt du luizides Träumen – das ist ein Zustand, in dem Du halbwach bist. Die Traumdeutung – mache sie intuitiv und mit Liebe; mache sie im Hier und Jetzt. Schau, was machbar ist, schau nach dem emotionalen Gehalt – und schaue nach der spirituellen Essenz.

Es dreht sich um Dein Leben auf Mutter Erde; nicht um romantisches Philosophieren. Bedanke Dich bei Deinem ersten Freund, bei Deiner ersten Freundin – in Gedanken schickst Du Deine Dankbarkeit und Deine Verbundenheit; es sei denn, ihr beide seid weiterhin zusammen geblieben, aber auch dann ist es schön, wenn der andere auf diese Weise Deine Dankbarkeit neu erfährt.

Diese Einweihung ist Zen. Irgendwie sind wir beide miteinander verbunden; irgendwie bin ich Dir ein paar Schritte voraus. Mache dennoch keinen Guru aus mir; vielleicht werden wir gute Freunde. Morgen erzähle ich Dir, wie es weitergeht.

Love

Burcado Ajad

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HON SHA ZE SHO NEN

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COPYRIGHT FOTO

DER KUSS | AUGUSTE RODIN

Philipp Weissenbacher – Common Sense – Wikipedia

 

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